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Tipps und Vergessenes

Bedeutung und die Hintergründe des Ausrufs „Mahlzeit!“.

 

Ihm fehlt nämlich etwas! Drei Worte sind über die Jahre in Vergessenheit geraten. Es gab eine Zeit, da war es üblich, sich zur Mahl-Zeit mit den Worten „Gott segne diese Mahlzeit!“ zu grüßen. Aber weil wir unsere Worte seit Jahrzehnten immer weiter reduzieren, hieß es erst „Gesegnete Mahlzeit!“ und später wie heute nur noch „Mahlzeit!“.

So ist der mittägliche Gruß still und leise auch ein Abbild eines Trends in unserer Gesellschaft geworden: Wir lassen Gott weg. Wir nehmen den himmlischen Segen nicht mehr wahr. Dabei ist doch gerade das Essen ein so wunderbarer Ausdruck himmlischen Segens und göttlicher Versorgung!
(Bibel TV Newsletter #35: Mahlzeit!)

 

 

oder

 

Warum sagt man in Bayern "Grüß Gott"?

Materialsammlung für eine Anfrage des BR, August 2000

"Grüß Gott" ist verkürzt für "Grüße dich Gott" und bedeutet (als
Optativ, Wunschformel) eigentlich 'Gott segne dich'. Die noch
heute im süddeutschen Raum (Baden-Württemberg, Bayern; schweizerisch:
Grüezi [wohl]) übliche Grußformel erwächst aus einer weit in die
(lateinisch-katholische) Vergangenheit zurückreichenden Volksfrömmigkeit, d.h.
Einbindung des irdischen Daseins in religiöse Gesetzlichkeiten und
Zusammenhänge.

Vgl. die römischen Grußformeln Ave (Sei willkommen), Salve (
Befinde Dich wohl) u.a. und den deutschen Abschiedsgruß "Ade /Adjö /Tschö
/Tschüß", der '[dem] Gott befohlen' bedeutet und uns als frz. adieu,
ital. addio, portug. adéus wiederbegegnet. Auch der bair.
Abschiedsgruß 'bhüetdi' [füeti] / 'bhüet Euch' bzw. 'bhüe(t) Gott' ist als
Wunsch zu verstehen, die Seele des zu Verabschiedenden in Gottes Hände zu geben.

Ein ähnlicher Wunsch 'versteckt' sich auch in "Guten Tag", "Guten Morgen",
dessen Tiefenstruktur wohl einmal "Gott gebe dir einen guten Tag" gewesen sein
muß, später "ich wünsche dir ...".
http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/gruss.htm

 

Servus

ist ein traditioneller, freundschaftlicher Gruß in großen Teilen Mitteleuropas. Er ist von Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Süd- und Mittelhessen, Franken und in ganz Österreich sowie Südtirol (hier auch „Servas“) bis nach Slowenien, Kroatien („Servus“ oder auch „Serbus“), Ungarn („Szervusz“/„Szervusztok“, „Szia“/„Sziasztok“), Slowakei („Servus“), Nordwest-Rumänien bzw. Transsylvanien („Servus“) gebräuchlich. Er kommt aus dem Lateinischen (servus, lat: „der Sklave“, „der Knecht“) und bedeutet in Kurzform „Ich bin Dein Diener“ oder „zu Diensten“.

Servus kann als Begrüßung ebenso wie zur Verabschiedung verwendet werden.

„Servus“ ist vor allem unter Freunden und guten Bekannten, die sich duzen, üblich, auch unter Angehörigen gesellschaftlicher Eliten, z. B. war es auch unter den Adligen Altösterreichs, Böhmens und Bayerns in Gebrauch. In der Literatur kommt es daher oft vor. In vielen Gegenden Süddeutschlands und Österreichs sowie in Südtirol ist „Servus“ eines der gebräuchlichsten Grußwörter, das auch von Jugendlichen verwendet wird.

http://de.wikipedia.org/wiki/Servus